Ecki trinkt am liebsten Weisswein

Wir sind zurück von unserem Urlaub aus dem Frankenländle. Sicher kennt ihr die typischen Boxbeutel Wein, die es dort überall gibt. Sie haben uns so manchen Urlaubsabend versüßt.

Um unsere erholsamen Tage noch etwas lebendig zu erhalten, habe ich mich auf die Suche nach tollen Weinen für Zuhause gemacht. Weil mir ein Arbeitskollege weinpakete.de empfohlen hat, habe ich mir deren Angebot einmal näher angeschaut. Auf den ersten Blick erschien die Sortierung des Angebots schlüssig: Nach meinem bevorzugten Reiseziel wähle ich zwischen Deutschland, Frankreich, Spanien, Argentinien, Chile oder beispielsweise Neuseeland, um anschließend eine gute Auswahl verschiedener regionaler Spezialitäten angeboten zu bekommen. Passend zu unserem Urlaub, habe ich Deutschland gewählt. Ich bin ein echter Fan von Weißburgunder und Grauburgunder. Mit Rotweinen kann ich mittlerweile nicht mehr so viel anfangen, auch wenn es natürlich gediegen und kultiviert klingt, den Abend bei einem Glas Rotwein auf der heimischen Terrasse ausklingen zu lassen. Meine Frau bevorzugt an heißen Sommerabenden Weinschorle, so dass wir mittlerweile ganz auf Weißweine umgestiegen sind und nur diese in unserem Weinkeller einlagern.

Rieslinge, Curvee und Burgunder sind in der Sparte Deutschland bei weinpakete.de überwiegend im Angebot. Genau richtig für uns. Auf den ersten Blick hat mich direkt das Weißburgunder Paket angesprochen. In Deutschland gibt es richtige Schmankerl aus dieser Rebsorte, die sowohl nussig anmutet, als auch angenehm mild und blumig duftet. Den passenden Weißburgunder zu finden, gleicht allerdings einem Glücksspiel. Ich erinnere mich an ein Glas, das ich vor vielen Jahren bei einem Meeting serviert bekommen habe. Ich hatte das Glas mehr nebenbei von der Karte gewählt und erinnere mich nur noch an den Preis, nicht mehr an den Namen des Weins. 13 Euro hatte ich für dieses Glas bezahlt, ganz schön happig allerdings jeden Cent wert!

Das bestellte Paket enthielt sechs Weine aus drei verschiedenen Anbaugebieten der Rebsorte Weißburgunder. Für mich die ideale Möglichkeit mir einen Überblick über die Unterschiede der einzelnen Anbauregionen zu verschaffen. Jetzt testen wir uns allabendlich mit wachsender Begeisterung durch :-)

Urlaubszeit – Zeit zum Sinnieren

Vor einiger Zeit hatte ich euch berichtet, dass wir unseren Sommerurlaub im beschaulichen Frankenland verbringen. Jetzt ist es soweit, ich starte mit meiner Familie in wenigen Tagen. Nachdem unsere Freunde nun in den Norden gezogen sind, bleibt die Frage was tun in und um Bayreuth. Mir wurde das Buch „Hits for Kids in Franken“ empfohlen. Obwohl das Erscheinungsdatum schon etwas älter ist, habe ich mich zur Anschaffung durchgerungen und war überrascht über die vielen Tipps. Tatsächlich sind interessante Ausflugsziele in Bayern enthalten – Dinge, die ich noch nicht kannte.

Wir haben uns für eine Sommerrodelbahn, Fossilienklopfplätze, das Playmobilland, den Freizeitpark in Plech und eine historische Dampflok entschieden. Als Highlight gibt es noch eine Schmetterlingsfarm. Ich denke uns stehen zehn abwechslungsreiche Tage bevor und vor allem freue ich mich auf Familienzeit.

In den Tagen vor dem Urlaub habe ich oft viel Stress. Einige berufliche Dinge müssen zu einem (vorläufigen) Ende gebracht werden, Projekte werden an Kollegen übergeben und Termine für nach dem Urlaub geplant. Bei all diesem Stress begleitet mich oft unglaublicher Kopfstress. Die kommende intensive Familienzeit lässt mich oft darüber sinnieren, warum in unserer Gesellschaft Arbeitswelt und familiäres Leben zwei geteilte Realitäten sind. Oft fühlt man sich, als lebe man zwei völlig autarke Leben, die nur auf einer abstrakten Ebene miteinander verbunden sind. Es ist schwierig, genau diesen Punkt zu erläutern: Meine Arbeit erfüllt mich. Ich habe nicht nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten studiert, sondern nach reinem Interesse. Da ich das große Glück habe, in meinem erlernten Bereich zu arbeiten, verdiene ich meine Brötchen mit etwas, das mich interessiert und täglich aufs Neue fesselt. Genauso sollte es natürlich sein. Doch dieses „ich bin gern auf Arbeit und habe Spaß an meiner Tätigkeit“ bekommt dann einen faden Beigeschmack, wenn ich aus beruflichen Gründen nicht bei meiner Familie sein kann, beispielsweise weil ich auf Dienstreise bin.

Ihr seht, nicht nur Frauen sorgen sich über Vereinbarkeit von Job und Familie, auch der Ecki tuts. Einige Tage Homeoffice in den Sommerferien und der Kita-Schließzeit sind zum Glück auch in meinem Job drin.

Quick it up Ecki!

Kennt ihr Quick Up Pools? Vor einigen Jahren hat mich die Baumarktwerbung immer fasziniert – wie günstig doch Pools geworden sind! Für deutlich unter 100EUR bekommt man ein Modell, in dem eine 4-köpfige Familie gut Platz hat. Dennoch hat mich allein diese Argument nicht überzeugt. Irgendwie ist es nicht dasselbe wie die Schwimmgelegenheiten meiner Kindheit: Damals war ein Pool im Garten die Ausnahme. Meine Tante hatte einen – gemauert aus Natursteinen. Das Wasser war immer grün. Trotzdem liebten wir Kinder diesen Pool; im riesigen Garten meiner Tante war das Badeerlebnis etwas Besonderes. Meine fast gleichalten Cousins komplettierten den Spaß. Da stieg man über eine Leiter ins Wasser, das Becken war ebenerdig eingelassen. Alles Handarbeit. Mein Onkel und Papa hatten tagelang den Bereich ausgeschachtet und unter senkender Sonne mit freiem Oberkörper gewerkelt.

Ein Quick Up Pool ist im Nu aufgestellt, vorausgesetzt der Untergrund passt. Im Nu füllbereit. Aber das „Poolgefühl“ ist ein anderes: Es gibt keine Leiter, man baut sich einen Tritt oder drückt den aufblasbaren Ring samt Seitenwand platt. Im Garten steht plakativ sichtbar ein Fremdkörper.

Wenn ich abends durch meine Nachbarschaft laufe, sehe ich in jedem dritten oder vierten Garten einen Pool. Es hat seine Besonderheit verloren. Und nun auch mein direkter Nachbar! Vor knapp drei Wochen, als es so brütend heiß war, hat er mich zum Probebaden geladen. Hatte ich bisher kein überzeugendes Argument: DAS war es! Nach dieser abendlichen Abkühlung, ganz bequem im Garten ohne Anstehen und teuren Eintritt am Freibad, stand für mich fest: Ich brauche einen Quick Up Pool.

Da es Wochenende war, wollte ich besonders clever sein und habe den Reservierungsservice vom Baumarkt genutzt, um gleich Montag früh das letzte Pool-Set abzuholen. Leider kam Montag die Mail vom Markt, das alles ausverkauft ist. Per Express ließ sich im www noch ein Fast-Pool auftreiben, der direkt am Dienstag morgen da war. Dann hieß es nur noch Quick it up Ecki und seitdem plantschen wir vergnügt im heimischen Garten. Das Wetter passt jetzt auch wieder!

Ecki schwingt das Tanzbein

Es wird heiß, Sommerzeit. Woran erinnert mich das? An unseren Hochzeitstag! Bei 36°C haben wir geheiratet, in einem Standesamt ohne Klimaanlage. Im maßgeschneiderten Anzug ist das ein wahrer Traum. Immerhin funktioniert meine Wettererinnerung in den meisten Jahren zuverlässig, so dass ich unseren Hochzeitstag selten vergesse.

Wie in jedem Jahr stellt sich mir die Frage – was tun? Candle-Dinner, Kino, Theater… immer dieselben Ideen. Innovativ ist anders. Nach einigen Ehejahren wurmt mich das, irgendwie will ich beweisen, dass ich immer noch der innovative, spontane Ecki bin, in den sich meine Frau verliebt hat. Ich habe lange überlegt, was meine Gattin erfreuen könnte und was wir uns schon lange nicht mehr gegönnt haben. Genau genommen gibt es da nur eine Sache: Tanzen!

Ehrlich gesagt haben wir seit unserem Hochzeitswalzer nie wieder gemeinsam das Tanzbein geschwungen. Ein Tanzabend ist irgendwie das letzte, was man sich gemeinsam gönnt, wenn die Kinder im Baby- und Kleinkindalter sind und man, dank Oma und Opa, schon mal einen Paarabend hat. Schade eigentlich, denn diese Art der sportlichen Betätigung bringt einen nahe und ist doch irgendwie aktiver als im Kinosessel sich gegenseitig vom Einschlafen abzuhalten.

In München gibt es tolle Tanzevents, auch in Verbindung mit Galas oder Sterne-Dinner. Diese Veranstaltungen haben mit Senioren-Tanzabenden nix gemeinsam und locken dank ihrem altersgemischten Publikum. Meine Kollegen verbürgen sich für die Qualität, so dass ich eines dieser Angebote als große Überraschung für meine Frau und mich gebucht habe.

Jetzt stehe ich nur vor einem Problem: Mein letzter Tanz war der auf meiner Hochzeit und auch da waren meine Tanzkünste eher bescheiden. Damit meine Frau an diesem Abend auf ihre Kosten kommt und danach garantiert keine schmerzenden Füße hat, habe ich keine Wahl: Ich muss meine Kenntnisse in Standard und Latein auffrischen. Einige Tage habe ich noch Zeit und habe einen Kurs gebucht. Drückt mir die Daumen, dass ich das Training vor meiner Frau verheimlichen kann, damit sie zum Hochzeitstag in vielerlei Hinsicht überrascht werden wird!

Ecki fährt wieder Bahn

Ihr erinnert euch, unsere Freunde sind umgezogen. Für einen spontanen Besuch hatten wir uns angekündigt. Kurzerhand habe ich für meine Familie und mich ein Familienzelt besorgt. Man bin ich aufgeregt! Wann war ich das letzte Mal Zelten? Mit 16 Jahren vielleicht, im Trainingslager vom Fußballverein oder mit der Jungschar der Kirchgemeinde. Meine Jungs freuen sich drauf, für die ist das ein willkommenes Abenteuer. Um das Ganze noch zu toppen, bekommen die Jungs nun endlich ihre Tour mit dem ICE.

Ja, Ecki fährt wieder Bahn! Das tue ich gern, weil es entspannend ist. Kein Stau, während der Fahrt kann ich essen, mich unterhalten, etwas Lesen. Die Kinder spielen, können rumrennen. Insgesamt ist man freier, vor allem die Familienabteile sind empfehlenswert. Was mich speziell bei Touren mit der Familie abhält, ist der Kostenfaktor. Aber den kann ich nun deutlich drücken.

Die Bahn bietet ein interessantes Spezial mit dem Namen „Bahn-Spezial“, welches ein echtes Insider-Ticket ist. Warum? Die Tickets scheint es nicht bei der Deutschen Bahn direkt oder auf Bahn.de zu geben, sondern ausschließlich über einige ausgesuchte Fernbus (!) Vergleiche. Jeder kennt ja die Sparpreise der Bahn. Hier ist es so, dass je weiter man in der Zukunft bucht, es billiger wird. Bei dem Bahn-Spezial ist es genau umgekehrt. Das Ticket kann nur zwischen sieben und einem Tag vor Abfahrt gebucht werden. Es scheint also eine Art „Restplatzvermarktung“ der Bahntickets zu sein. Die Bahn-Spezial-Tickets gibt es in drei Festpreisen 19, 29 und 39 €. Gefunden habe ich das „Bahn Spezial Ticket“ bei fernbus24. Gezahlt werden kann ausschließlich über Kreditkarte. Von München nach Berlin für 29 Euro ist tatsächlich ein Schnäppchen.

Jetzt kann eigentlich nur noch ein Bahn-Streik verhindern, dass wir unsere Freunde besuchen.

Meine neue Profession: Skaten als Fitness-Sport

Letztens hab ich euch von meinen Skateboard-Ambitionen berichtet. Inzwischen läuft es richtig gut. Mit meinem Großen skate ich inzwischen häufiger auf dem Skateplatz. Anschieben und rollen, bremsen und lenken klappen inzwischen sehr gut. Den Drop-in für die Pipe trainieren wir noch.

Was ich für mich allerdings entdeckt habe, ist Skaten als Fitness-Sport. Meine Jungs drehen abends gern noch eine Runde mit dem Fahrrad um den Block. Ich bin inzwischen immer mit dabei – auf Skates. Ich habe tatsächlich meine alten Skates wieder herausgekramt, die seit der Geburt des Großen ihr Dasein im Kellerschrank gefristet haben. Beim ersten Anziehen war ich zugegeben sehr nervös. Erstaunlicherweise hat es sofort wieder geklappt und es war, als hätte ich nie pausiert. Meine K2 waren damals eine sinnvolle Investition. Auch, wenn inzwischen der Gummi etwas vergilbt ist und die Schnallen Rost angesetzt haben, die Kugellager und Rollen sind top, ebenso wie der Schuh an sich. Da zeigt sich echte Qualität!

Früher bin ich zur Hochschule geskatet und habe die meisten Wege so zurückgelegt. Günstiger, schneller und preiswerter als die öffentlichen Verkehrsmittel! Entsprechend fit war ich. Heute nutze ich Bahn und Busse und bin selten sportlich unterwegs. Meiner sportlich, durchtrainierten Figur trauere ich etwas hinterher, auch wenn ich mich insgesamt nicht beklagen kann. Seit Längerem nehme ich mir vor täglich etwas zu trainieren. Die 6-Minuten-Work-Out-App habe ich mir schon letztes Jahr heruntergeladen. Doch nicht mal die schaffe ich, wenn ich abends erstmal in Bequem-Position auf der Couch sitze und es mir mit meinem Joghurt-Drink oder Smoothie gemütlich mache.

Die abendliche Skate-Runde ist immerhin ein Anfang. Meine Kondition ist bereits nach 2 Wochen Training immens gewachsen. Meine Jungs hängen mich mit dem Rad nicht mehr so leicht ab. Motiviert durch diesen Zuwachs an Fitness, wage ich mich morgens täglich an ein neues Sportprogramm: Pilates. Wer jetzt denkt, das ist nur was für Frauen täuscht. Immerhin wurde es von einem Mann entwickelt. Als Kontrastprogramm zu einem Power-Workout ist diese effektive Muskelkräftigung für den gesamten Körper absolut zu empfehlen.

Franken – eine Reise wert?

Wir haben in diesem Jahr Urlaub in Franken gebucht. Eine Ferienwohnung im Nichts. Wie wir dazu kommen? Unsere Freunde wohnten da. Ja, „wohnten“…

Meine Frau und ich hatte vor einigen Monaten die Idee ins Playmobilland zu fahren. Die Jungs würde das sicher freuen. Da Freunde von uns in Bayreuth wohnen, lag es nahe sich dort zu treffen. Bei einem gemeinsamen Rotwein-Abend entwickelte sich zunehmend die Vision eines gemeinsamen Urlaubs. Eine weite Fahrtzeit war ausgeschlossen, da das Jüngste unserer Freunde erst ein Jahr zählt. Ein tolles Ferienhaus mit mehr als kinderfreundlicher Ausstattung haben wir in Franken gefunden, irgendwo zwischen Kulmbach und Bayreuth. Von da lassen sich tolle Ausflüge machen und Teile Bayerns erkunden, die nicht in unmittelbarer Nähe von München liegen. Ideal. So dachten wir…

Einige Wochen nachdem wir unseren Urlaub geplant hatten und das Haus verbindlich gebucht, haben unsere Freunde beschlossen an die Nordseeküste zu ziehen. Es ging alles so schnell: Neuer Job, neue Schule, neuer Kiga, Kündigungen von Arbeit und Wohnungen und kurz vor Pfingsten stand auch schon der Umzugs-LKW da. Der neue Job beginnt und damit die Probezeit. Die gemeinsamen Ferien sind passé; Familie Ecki allein in Franken.

Ich habe mir ein Buch über familiengerechte Aktivitäten gekauft. Von Fossilienklopfplätzen über Hochseilgärten bis hin zu Kart-Strecken gibt es jede Menge zu entdecken. Meine Jungs suchen eifrig und stellen ein Ferienprogramm zusammen. Das Playmobilland, das von da aus auch nicht direkt um die Ecke liegt, gehört übrigens auch dazu. Ich überlege derweil noch, ob Franken wirklich eine Reise wert ist?

Die Kunst der kindlichen Langsamkeit

Zum Glück bin ich ein Mann! Warum? Anders als meine Frau muss ich mich weder den Kindervergleichswettbewerben noch dem Wettrennen um die beste Mutter stellen. Unsere Kinder sind vergleichsweise „groß“, dennoch bekommt man als Eltern einiges aus „konkurrierenden“ Familien mit und besonders zur Zeit des Mutter- und Vatertages.

Zum Muttertag kursierten bei Facebook zahlreiche Statusmeldungen stolzer Mütter, was ihre Kinder Ihnen geschenkt haben. Ich lege weder auf Mutter- noch auf Vatertag wert. Als Eltern schulpflichtiger Kinder oder Kindern in Kitas kommt man um Selbstgebasteltes oder andere kleine Aufmerksamkeiten nicht drumherum und natürlich freut man sich. Was ich allerdings dieses Jahr gesehen habe schockiert mich als Münchner in gewisser Weise.

Da kursieren Fotos mit selbstgemachten Leckereien in Gläsern, Konfitüren, Pesto, eingelegte Früchte usw., beschriftet in feinster Handschrift, begleitet von kleinen Gedichten und Basteleien. Garniert werden diese Fotos mit Lügen: „Hat mein 2-jähriges Kind ganz allein zubereitet, ganz ohne Hilfe, und auch der Zettel ist von Hand geschrieben, leider etwas in Schmierschrift.“ Dass darauf ungläubige, staunende Kommentare folgen, ist absehbar. Die Begründung, warum das ein 2jähriges Kind bereits so kann (entgegen aller motorischen Entwicklungsschritte der Menschheit!), verblüfft: „In München ist die frühkindliche Förderung sehr gut.“ Ein Schelm, wer da Fishing for Compliments zur Selbstprofilierung vermutet…

Ich habe meine Kinder übrigens nicht mit einem Jahr in einem Chinesischkurs angemeldet. Klar wäre es toll, wenn sie später einen gut bezahlten Job haben, sozial angesehen sind und mit der sich rasant entwickelnden Wirtschaftswelt gut arrangieren. Aber ich habe keine Erwartungshaltung an meine Kinder, außer dass sie anständige aber vor allem glückliche Menschen sind. Mit einem Jahr haben wir gespielt, sind durch den Matsch im Garten gekrabbelt, haben zusammen gelacht, in Kauderwelsch gebrabbelt und gemeinsam die Umwelt in kindlicher Langsamkeit erkundet. Die „Slomo“ tat uns als Familie gut, auch nachhaltig.

Übrigens können meine Kinder heute beide schreiben. Selbst der Kleine in der Kita kritzelt schon Buchstaben, wenn auch weit entfernt von der geschwungenen Schreibschrift jener 2-Jährigen.

Eine neue Küchenecke

Ich habe in einer Spontanaktion unsere Küche umgebaut. Jahrelang hatte ich mich gegen eine Kücheneckbank gewehrt. Kenn ich nur von Spießern. Sieht rustikal aus. Wie in einer Bauernstube… Und nun habe ich uns eine eingerichtet, weil es bequem ist.

Sie steht in einer Ecke der Küche und schon ist dieses ständige um den Tisch springen vorbei, denn der stand zuvor inmitten des Raumes. Zur Essecke gehört zwingend eine Eckbank, diese musste nun her. Das Mindestmaß war dank der Räumlichkeiten vorgegeben und schnell stand fest – genau so gibt es das nicht. Also ab ins Möbelhaus. Eckbänke gibt es da Tolle! Auch zum Wunschmaß. Das kostet auch kaum Aufpreis. Klingt gut? Hab ich auch gedacht. Nun ist aber der Grundpreis ohnehin bereits schon so hoch, dass ein Aufpreis für Wunschmaß auch die letzten Kunden abschrecken würde. Mich jedenfalls hat bereits der Grundpreis von um die 3000 Euro erschrocken.

Eventuell wäre ich bereit, x.xxx Euro für eine Küchenbank auszugeben. Allerdings müssten dafür zwei Faktoren gegeben sein: 1. Auf der Bank dürfte keiner Platz nehmen und um zu Essen, wo eventuell schmutzige Finger zu erwarten sind, die dann mit der Bank in Berührung kommen, schon gar nicht. 2. In der Küche dürfte nicht mehr gekocht werden, denn das Bratfett schlägt sich auf der Bank nieder. Eine Bank zum Angucken also. Kurzerhand habe ich beschlossen, das Geld dann lieber für eine Skulptur auszugeben, an die habe ich gar nicht erst den Anspruch einer Nutzung.

Unsere Kücheneckbank habe ich nun selbst gebaut. Genau genommen vereint sie nun Nutzobjekt und Kunstwerk: Ich habe leere Colakästen übereinander und nebeneinander gestapelt und verschraubt und oben mit einem gepolsterten Brett versehen. Als Rückenpolster gab es ein Holzpaneel, ebenfalls mit Polsterung. Das Ganze passt besser als jede High-End-Bank zu uns und hat uns inklusive aller Materialien nur knapp 250EUR gekostet.

Der Ecki fährt wieder Skateboard – Ab in die Pipe

Mein Großer hatte Geburtstag. Er hatte sich sehnlichst ein neues Skateboard gewünscht. Zugegeben, sein altes war eher Verarsche als ernstzunehmendes Sportgerät. Da er mit dem 5EUR-Teil ein ganzes Jahr durchgehalten hat und sich wacker geschlagen hat, bin ich seinem Wunsch nachgekommen. Ein echt cooles Almost-Skateboard ist nun seins. Aufgestiegen und losgefahren – als hätte er nie was anderes getan. Ich hatte erwartet, dass die Bitte mit ihm mitzufahren schnell kommen wird. Sie kam nicht. Aber wohl eher aus Rücksicht auf mich. Davon habe ich mich aber nicht beindrucken lassen und mir mit meinen Ü40 ebenfalls ein Board bestellt. 😉

Mein Sohn hat indessen einige Übungsrunden mit dem neuen Board absolviert und entschieden, dass wir zwei reif für den Skatepark sind. Mein Brett ist noch nicht da. Ich erwarte es für morgen. Bis dahin hab ich noch Schonfrist. Ich überlege schon, wie ich schlimmere Verletzungen verhindern kann oder was ich im Fall dieser im Büro für Ausreden auffahre. Ich werde heute Nacht schlaflos wach liegen: In meinem Alter im Skatepark… Klar, früher bin ich da auch gefahren, aber das ist erschreckende 30 Jahre her. Trotz dieser schockierend hohen Jahreszahl weiß ich noch sehr genau was ich über „alte“ Menschen damals gedacht hätte, die sich auf einem Skateboard unter uns Kids schmuggeln.

Meinem Sohn zu Liebe verdränge ich all diese Bedenken, erwarten euphorisch den Postboten morgen mittag und werde meinen Sohn vor Freude strahlend von der Schule abholen – mit Skateboard unter dem Arm!